Vortrag über Honigqualität - wie läßt sie sich beinflussen?

Am Freitag 16.10.2026 trafen sich im Gasthof Hirsch in Gomadingen-Dapfen ab 19.00 Uhr ca. 50 interessierte zum Vortrag von Manuel Treder, Leiter des Honiglabors der Landesanstalt für Bienenkunde (LAB) der Universität Hohenheim. Thema war die Honigqualität und wie sie sich (positiv) beeinflussen lässt.
Nach einer Vorstellung seiner Person und seiner bisherigen und aktuellen Tätigkeit an der Universität Hohenheim als Leiter des Honiglabors der Landesanstalt für Bienenkunde begann er mit seinem interessanten und kurzweiligen, sehr gut auch für Laien verständlichen, Vortrag.
Beginnend mit der Zusammensetzung der Honige, wie aus Blütennektar oder Honigtau die Bienen Honig durch das Sammeln, das Weitergeben und Verarbeiten oder Anreichern und das Trocknen und Einlagern in Wachs einen „reifen“ Honig erhalten. Begleitend erklärt mit aktuellen Forschungsergebnissen welche das Bienenvolk als Ganzes betrachtet. Dabei wurde die „Atmung“ des Bienenstockes mit Hilfe aktueller Technik dokumentiert, das Ein- und Ausatmen, die Belüftung und die Klimatisierung des Bienenbaues durch Ventilation und damit auch die Belüftung und Trocknung der Waben und des darin enthaltenen Honigs. Die Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit vom Wetter und von der Tageszeit wurde anschaulich mit Grafiken verdeutlicht. Der günstigste Erntezeitpunkt des Honigs für den Imker ist demnach früh am Morgen bevor die Bienen frischen, feuchten Blütennektar eintragen da im Tagesverlauf bis dahin die Luftfeuchtigkeit im Bienenstock stetig abnimmt und offener Honig damit eine möglichst lange Trocknungszeit hat. Vollständig mit Wachs verdeckelter Honig in den Wabenzellen ist dagegen mit Wachs umschlossen und kann nicht trockener werden. Rückstände aus der Landwirtschaft wie Pestizide, Fungizide oder Ähnliches spielen zwischenzeitlich keine Rolle mehr in den Analysen der zu prüfenden heimischen Honige.
Das Ziel ist einen Honig zu ernten, dessen Wassergehalt unter 17,5 Prozent liegt, darüber kann, abhängig von der Blütentracht, der geerntete Honig zur Gärung neigen. Immer schaffen das die Bienen selbst auch nicht. So kann sich der Wassergehalt innerhalb eines Volkes von Wabe oder Zelle deutlich unterscheiden.
Neben dem Wassergehalt als wichtigsten zu beachtenden Parameter ist eine hygienische Verarbeitung und richtige Lagerung wichtig. Geerntet wird der Honig als Wabenhonig, Schleuderhonig, Tropfhonig oder Presshonig. Aktuell ist wegen dem immer häufiger anzutreffenden Melezitosehonig (Zementhonig), abhängig von trockenen und heißen Wetterperioden, das Einschmelzen der Honigwaben als weiteres Ernteverfahren in der Anwendung und Diskussion. Auch hier gibt es aktuelle Studien dazu ob und wie der Honig sich durch dieses Verfahren mit unterschiedlichen Gerätetechniken verändern kann. Schließlich sollte man geernteten Honig, der durch herkömmliche Verfahren nicht aus der Wabe gebracht werden kann, auch verwerten und nicht einfach weggeworfen werden.
Das Aussehen von Honig kann stark variieren. Honig kann Fremdgerüche schnell annehmen. Er schmeckt und riecht auch je nach Necktarquelle unterschiedlich. Er ist daher in sauberen, luft- und wasserdichten Behältern, Lichtgeschützt bei Temperaturen möglichst unter 15 Grad Celsius zu lagern.
Manuel Treder beurteilt täglich Honige und deren Inhaltsstoffe nach wissenschaftlichen Kriterien und gesetzlichen Vorgaben und verkostet die Honige auch selbst. Seine Gutachten dienen dazu die Honigqualität auf hohem Niveau zu halten und Fehler bei der Verarbeitung zu erkennen. Das dient zur Verbesserung der imkerlichen Arbeitsabläufe, so dass diese ggf. korrigieren werden können.