Exkursion zu Mellifera e. V. bei Rosenfeld

Am 29.06.2024 um 13.30 Uhr schwärmten kleine Teile von uns in privaten Fahrgemeinschaften aus um bei herrlichem Sommerwetter entlang des Albtraufes nach Rosenfeld zu Mellifera e. V. bei der Fischermühle zu gelangen. Treffpunkt war dort um 15 Uhr. Wir wollten mehr über eine wesensgemäße Bienenhaltung in Erfahrung bringen.
Nach gemeinschaftlicher Stärkung und kurzer Einführung, was Mellifera e. V. als Initiative für #BieneMenschNatur alles anbietet oder welcher Umgang mit den Bienen im Sinne einer wesensgemäßen Bienenhaltung gepflegt wird wie Naturwabenbau, ungestörtes Brutnest, Vermehrung über Schwarmtrieb oder Standbegattung, fanden die versammelten 18 Imker und Imkerinnen schnell Interesse an einer im reichlich blühendem Garten aufgestellten und belebten Bienenbeute.
Aber schon gleich ging es anschließend an einen nicht weit entfernten, frei zugänglichen und gut mit Informationsschilder bestückten, Bienenstand mit den unterschiedlichsten Beuten.
Zu finden ist dort auch einem Schaukasten mit Rundumeinblick.
Viele vorhandenen Beuten waren von Bienenvölkern bezogen. Diese stammten in der Regel aus eingefangenen Schwärmen.
Bei Mellifera e. V. wird das natürliche Schwarmverhalten für die Volksvermehrung genutzt. Eine wichtige Voraussetzung sind hierfür aufmerksame Nachbarn, die entdeckte Schwärme den Imkern mitteilen damit den Schwärmen geeignete Behausungen (Beuten) angeboten werden können.
Diese sind durch die Bienen in der Natur leider nicht mehr einfach zu finden. Ob wohl Mellifera e. V. auch im örtlichen Wald in Bäumen für Nistmöglichkeiten sorgt.
Eine "Züchtung" erfolgt lediglich in einer einfachen Auslese auf Grund der erkennbaren Eigenschaften der Ursprungsvölker, soweit überhaupt möglich. Die anwesenden Imker und Imkerinnen waren mit der lokale "Landrasse" zufrieden, verhielten sich die Bienen doch recht unaufgeregt und es kam nur zu wenigen Stichwunden.
Die Imker und Imkerinnen betrachteten neugierig die verschiedenen, teils historischen, Beutetypen von der Klotzbeute zum Korb über das Magazin zur Einraumbeute und lauschten den fachlichen Erläuterungen von Katrin Sonnleitner hierzu. Dumm waren unsere Vorfahren jedenfalls nicht, und entwickelten für die Bienen und für die Menschen passende Behältnisse. So brachen Sie im Frühjahr z. B. die noch übrig gebliebenen Futterwaben aus und drehten den Bienenstock einfachum 180 Grad. So konnten die Bienen neues Wabenwerk errichten und später die Waben vom Vorjahr mit Honig befüllen. Mit Glück blieb dann am kommenden Frühjahr noch was für den Menschen übrig.
Es wurden fleißig Fragen gestellt und die Bautätigkeit der Bienen in den verschiedenen Beutetypen bewundert. Denn hier dürfen und müssen die Bienen vollständig ihr Wabenwerk als Naturbau oder „Wildbau“ selbst errichten.
Selbstverständlich werden die zugänglichen Bienenvölker in den Beuten gegen die Varroamilbe behandelt. Die Diagnose erfolgt bei den Beuten über ein bei Bedarf eingelegtes Varroagitter.
Auf dem Rückweg wurde noch kurz in einen Bienenturm geschaut.
Die Rückfahrt wurde anschließend gegen 19:00 Uhr angetreten.
Die Bienen interessierten sich aber sicher nicht für das am Abend stattfindende Fußballspiel der EM 2024.